We Speak Earth

Dein Beitrag : Für die Erde sprechen

Deine Erfahrungen zum Thema " Critical Zone "

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- Ein Gastbeitrag von S.Rutkowski / Allgäu -

Waldveilchen - Viola Reichenbachiana. Published under free GNU licence by Jerzy Opioła.
Waldveilchen - Viola Reichenbachiana. Published under free GNU licence by Jerzy Opioła.

So heißt es sehnsüchtig im bekannten Volkslied " Komm lieber Mai ".

Verständlich, wenn man die ehemalig lange Winterzeit und die Zeit der Veilchenblüte und ihr erstes Auftauchen im Frühling als Bote einer neuen Vegetationsperiode bedenkt.

Denn für die etwa 8 in Deutschland heimischen, aus über 500 weltweiten Arten, galt bisher stets die Blütezeit von April bis Juni.

Lediglich das wilde Stiefmütterchen und das Hornveilchen trotzten dem Herbst etwas länger und waren bisweilen auch noch im September blühend

zu finden.

 

Diese Vegetationsperioden haben sich aber bereits deutlich verschoben.

Auf Spaziergängen im Allgäuer Voralpengebiet konnten wir diese Jahr ( 2018 ) noch bis in die Novembermitte hinein blühende Veilchen entdecken!

Dabei handelte es sich nicht um die etwas selteneren Sorten des wilden Stiefmütterchens oder des Hornveilchens, sondern um das im Allgäu weit verbreitete Waldveilchen, mit einer üblichen Blütezeit von März bis Mai, das nur gelegentlich auch bis in den Spätsommer hinein blühend anzutreffen war !

Heiße Sommer und lange Blühzeiten mag es auch früher schon gegeben haben - aber eine Verlängerung der Blüte bis in die Spätherbste und Winteranfänge - das scheint neu.

Ein versteckt blühendes Veilchen im Walde - das drängt sich einem nun nicht gerade auf - abgesehen von müsigen Sonntagsspaziergängern die sich den Luxus eines ziellosch schweifenden Blickes, jenseits von Smartphone & Co leisten können - könnte man denken.

Doch das Veilchen ist keine Ausnahme.

Wer dieser Tage durch das Allgäuer Land ging, oder auch gefahren ist, dem konnten beispielweise auch bis in den November hinein die blühenden flecken weiser Gänseblümchen aufgefallen sein.

Gänseblümchen - die übrigens als Anzeiger für übernutzte oder stark verdichtete Böden bekannt sind

( wohl deshalb so verbreitet im Allgäuer Milchvieh-Land ... ) - konnten auch früher schon durchaus von Februar bis in den November hinein blühen, doch die Masse der anzutreffenden Blüten dieses Jahr versetzt auch Alteingesessene in Staunen.

Das der Klimawandel als greifbare Realität längst im Allgäu Einzug gehalten hat, davon kann man sich selbst mit Fake-News nur noch schwer ablenken.

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